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Ankündigungen

Queer und jüdisch im „Dritten Reich“ und darüber hinaus

Vorträge und Gespräch über jüdisch-queere Lebensgeschichten am 05.11.2026, 18:00 - 21:00 Uhr

Vorträge und Gespräch über jüdisch-queere Lebensgeschichten am 05.11.2026, 18:00 - 21:00 Uhr

In der bisherigen Holocaust-Forschung gibt es die Tendenz, Protagonist*innen in einer Kategorie zu verorten. Verfolgte queere Menschen gelten meist als Nichtjuden, jüdische Opfer implizit als heterosexuell. 

Das Mitte Museum lädt zu zwei Gesprächsabenden über Menschen ein, die beides waren: queer und jüdisch. Durch die Vorträge von vier Referent*innen beleuchten die Veranstaltungen jüdisch-queere Lebensgeschichten zwischen 1933-1945 und darüber hinaus. 

Am 5.11 widmet sich Jake Schneider (er/ihm) der Verbindung von Queerness, jiddischer Sprache und Kultur und Rafael Nasemann (er/ihm) stellt das Erinnerungsprojekt „Queere Held*innen“ vor, das unter anderem an das Leben vieler queerer Berliner Juden*Jüdinnen erinnert. 

Im Anschluss laden wir zum gemeinsamen Austausch ein.

Die Veranstaltungen werden auf deutscher Lautsprache stattfinden. 


Das Mitte Museum ist weitestgehend barrierefrei. Das Gebäude verfügt über einen rollstuhlgerechten Zugang vom Außengelände und eine barrierefreie Toilette im Erdgeschoss. 

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt im Rahmen der Maßnahmen zur Umsetzung von Antisemitismus-, Rassismus- und Diskriminierungsprävention im Kulturbereich.

Frauen in Moabit – Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus

Stadtführung mit der Historikerin Trille Schünke-Bettinger am 08.11.2026, 11:00-12:30 Uhr

Stadtführung mit der Historikerin Trille Schünke-Bettinger am 08.11.2026, 11:00-12:30 Uhr

Am Sonntag vor dem Jahrestag der Novemberpogrome führt die Historikerin Trille Schünke-Bettinger durch Moabit. Sechs Stationen zeigen das Leben von Frauen in der NS-Zeit: Orte, an denen sie lebten, arbeiteten oder wirkten, ihre Formen des Widerstands und die Spuren der Verfolgung.

Das Attentat eines siebzehnjährigen polnischen Juden auf einen deutschen Diplomaten in Paris, dessen Eltern zuvor ausgewiesen worden waren, diente den Nationalsozialisten als Vorwand: In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 überfielen SA und SS, unterstützt durch Verbände der Hitlerjugend und Teile der Bevölkerung, jüdische Geschäfte, Privatwohnungen und Gotteshäuser. Viele Bürger*innen beteiligten sich, andere standen dabei, einige wenige schritten abwehrend oder helfend ein. Über 1.000 Synagogen wurden niedergebrannt oder zerstört, über 30.000 Menschen verhaftet. Von nun an war auch in der Öffentlichkeit deutlich, dass sich die Nationalsozialisten nicht mehr auf antijüdische Gesetzgebung beschränkten, sondern auch vor Mord, Folter und willkürlicher Verfolgung nicht zurückschreckten.

Jährlich veranstalten das Bezirksamt Mitte von Berlin und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte gemeinsam mit Schulen aus dem Bezirk Gedenkveranstaltungen mit Kranzniederlegungen, unter anderem an der Gedenkstätte Levetzowstraße. Dort endet auch die Stadtführung: am Mahnmal für die ehemalige Synagoge, die als Sammellager für die Deportation Berliner Jüdinnen und Juden diente.

Die Führung beginnt in der Dependance des Mitte Museums im Rathaus Tiergarten. Treffpunkt ist der Vorplatz des Rathauses Tiergarten, Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist erforderlich: per E-Mail an trille@frauen-im-widerstand.de.

Auf Signal in den Tod

Vortrag von Andreas Szagun zur Deutschen Reichsbahn und den Deportationen vom Güterbahnhof Moabit am 12.11.2026, 20:00-21:00 Uhr

Vortrag von Andreas Szagun zur Deutschen Reichsbahn und den Deportationen vom Güterbahnhof Moabit am 12.11.2026, 20:00-21:00 Uhr

Über 30.000 Jüdinnen und Juden sind in der NS-Zeit vom Güterbahnhof Moabit deportiert worden. Damit war Moabit der mit Abstand wichtigste Bahnhof in Berlin im Rahmen der Shoah. Der Verein Sie waren Nachbarn e.V. gestaltet jedes Jahr im November – Anlass ist das Gedenken an die Pogrome gegen Juden von November1938 – den Schaukasten vor dem Rathaus Tiergarten mit geschichtlichen Informationen und bietet im Begleitprogramm zu dieser Ausstellung einen Vortrag an: Andreas Szagun, ehemaliger Eisenbahner, beschäftigt sich seit 1996 mit den Deportationen vom Güterbahnhof Moabit und wird in seinem Vortrag auf die militärischen Hintergründe der Deportationsgleise ebenso eingehen wie auf die völlig durchorganisierte Beteiligung der Deutschen Reichsbahn an der Shoah. Natürlich wird auch auf die Entstehung des Gedenkortes eingegangen, dessen geringe Größe kann nur aus seiner zwanzigjährigen Entstehungsgeschichte verstanden werden.

Donnerstag, 12. November 2026, 20:00 Uhr
Dorotheenstädtische Buchhandlung Turmstraße 5 / Eingang Pritzwalker Straße in 10559 Berlin


Archiv Ankündigungen

Internationaler Holocaustgedenktag

Gedenkveranstaltung am Güterbahnhof Moabit, 27.01.2025, 10–11 Uhr

Gedenkveranstaltung am Güterbahnhof Moabit, 27.01.2025, 10–11 Uhr

Am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust findet auch am Gedenkort Güterbahnhof Moabit eine Gedenkveranstaltung statt. Am 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau wird dort erinnert, wo einst die Züge in Richtung des größten Vernichtungslagers im NS-Staat abfuhren.

Das Programm der Gedenkveranstaltung eröffnet Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger. Es folgt ein Ausschnitt des Puppentheaters ,,Einer von Euch“, das sich mit den Schicksalen von Kindern und Jugendlichen in den Jahren 1933 bis 1945 befasst, das die Künstlerin Susi Claus aufführt. Anschließend geht der in Berlin lebende israelische Autor und Filmemacher Ron Segal in einem kurzen Redebeitrag der Frage nach: Wie kann die Schoah noch erzählt werden, wenn die Zeitzeugen schwinden?

Zum Abschluss wird das Kaddisch durch den Kantor Tal Koch vorgetragen.

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Einer von euch sein

Puppentheater für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene, 20.02.2025, 18–19:30 Uhr

Puppentheater für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene, 20.02.2025, 18–19:30 Uhr

Auf Grundlage anonymisierter Zeitzeugenberichte wird von Kindheit und Jugend in den Jahren 1933 bis 1945 erzählt.

Ort: Mitte Museum, Pankstraße 47, 13357 Berlin

Anmeldung nicht erforderlich

Weitere Informationen: https://www.mittemuseum.de/de/veranstaltung/2025/puppentheater-einer-von-euch-sein

Der Weg zum Güterbahnhof Moabit

Ausstellung im Abgeordnetenhaus, 28.01.–20.02.2025

Ausstellung im Abgeordnetenhaus, 28.01.–20.02.2025

Die Ergebnisse eines Geschichtsprojekts mit Jugendlichen des Felix Mendelssohn-Bartholdy Gymnasiums und dem Berliner Recherchekollektiv Vajswerk sind derzeit in einer Ausstellung im Abgeordnetenhaus als Teil des  Jugendforums denk!mal25 zu sehen.

Die Schüler*innen haben dabei die Lebensgeschichten von Deportierten recherchiert.

Weitere informationen:

Der Weg zum Güterbahnhof Moabit | Jugendforum denk!mal

DER WEG ZUM GÜTERBAHNHOF MOABIT – Vajswerk

Gedenken an die „Fabrik-Aktion“ 1943 und den Protest in der Rosenstraße

Veranstaltung am 27.02.2025, 16 Uhr

Veranstaltung am 27.02.2025, 16 Uhr

Am Donnerstag, 27. Februar 2025 um 16 Uhr lädt das Bezirksamt Mitte und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin gemeinsam mit dem Initiativkreis und der Ständigen Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum dazu ein, an die Opfer der „Fabrik-Aktion“ und an den Frauenprotest in der Rosenstraße zu erinnern.

Beginn der Veranstaltung ist am Mahnmal Große Hamburger Straße. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Pressemitteilung.

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„Jeder Tag wie heute“. Zeugenschaft, Erinnerung und die Macht der Literatur

Lesung im Mitte Museum, 5.6.2025, 18–20 Uhr

Lesung im Mitte Museum, 5.6.2025, 18–20 Uhr

Der israelische Schriftsteller Ron Segal liest aus seinem Roman „Jeder Tag wie heute“. Zwischen Wahrheit und Fiktion, Erinnerung und Vergessen erkundet das Romandebüt, wie Literatur zwei Generationen später über die Schoah sprechen kann. Darüber hinaus gibt Ron Segal Einblick in seinen Arbeitsprozess bei der Umsetzung des Romans in einen Animationsfilm.

Weitere Informationen: „Jeder Tag wie heute“ – 2025 – Veranstaltungen – Mittemuseum

Machbarkeitsstudie

Zur Weiterentwicklung des Gedenkorts

Zur Weiterentwicklung des Gedenkorts

Das Bezirksamt Mitte hat die Machbarkeitsstudie für eine Weiterentwicklung des Gedenkorts Güterbahnhof Moabit als Teil der Berliner Erinnerungslandschaft in seiner Sitzung vom 26.08.2025 beschlossen. Dies bildet nun die Grundlage für das Bezirksamt, um gemeinsam mit der Topografie des Terrors, die den Runden Tisch zu dem Vorhaben leitet, Finanzierungsmöglichkeiten und Wege für eine Umsetzung der Vorzugsvariante zu erörtern.

Hier geht es zu Machbarkeitsstudie.

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Tag des offenen Denkmals

Führung am Gedenkort Güterbahnhof Moabit, 14.09.2025, 15 Uhr

Führung am Gedenkort Güterbahnhof Moabit, 14.09.2025, 15 Uhr

Der zweistündige Rundgang mit dem Regionalhistoriker Andreas Szagun beleuchtet auch die Rolle der Reichsbahn im Netzwerk der Deportationen und die Entstehung des Gedenkorts.

Teilnahme frei, Anmeldung nicht erforderlich

Treffpunkt am Eingang Quitzowstr. 21

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Der Krieg und ich. Kriegskinder 1939-1945

Ausstellung im Mitte Museum, 08.05.–31.10.2025

Ausstellung im Mitte Museum, 08.05.–31.10.2025

Die multimediale Ausstellung basiert auf der gleichnamigen Fernsehserie und lädt Menschen ab acht Jahren ein, sich mit den Kriegserfahrungen von Kindern auseinanderzusetzen. Vier begehbare Container im Museumsgarten versetzen die Besucher*innen in die Lebenswelt der Kriegskinder, die ihre persönlichen Geschichten erzählen, ergänzt durch historische Filmausschnitte.

Das Mitte Museum präsentiert die Ausstellung anlässlich der Themenwoche „80 Jahre Kriegsende – Befreiung Europas vom Nationalsozialismus“ gemeinsam mit landGestalten e. V. und in Kooperation mit Kulturprojekte Berlin.

Weitere Informationen: Der Krieg und ich   – 2025 – Ausstellungen – Mittemuseum

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Noel far from Home

Musikalische Lesung am 13.11.2025, 18–20 Uhr

Musikalische Lesung am 13.11.2025, 18–20 Uhr

Eine musikalisch-dokumentarische Hommage an den während der NS-Zeit verfolgten Komponisten Jan Meyerowitz.

Der Bariton Simon Wallfisch und Pianist Daniel Seroussi interpretieren Werke des Komponisten Jan Meyerowitz, dessen Lebensweg von Verfolgung, Exil und dem Ringen um ein neues künstlerisches Leben nach dem Krieg geprägt war.

Mitglieder der AG Erinnern der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule lesen Texte, die auf historischen Dokumenten basieren und die Meyerowitz’ bewegende Geschichte lebendig werden lassen.

Weitere Informationen: www.mittemuseum.de/de/veranstaltung/2025/noel-far-from-home

Internationaler Holocaustgedenktag

Gedenkveranstaltung am Güterbahnhof Moabit, 27.01.2026, ab 14 Uhr

Gedenkveranstaltung am Güterbahnhof Moabit, 27.01.2026, ab 14 Uhr

Das Bezirksamt Mitte lädt anlässlich des Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts zum gemeinsamen Erinnern ein. Es spricht die Bezirksbürgermeisterin von Mitte, Stefanie Remlinger. Anschließend gibt es eine Lesung der AG Erinnern der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule in Kooperation mit dem Verein Tanz Theater Dialoge sowie Klavierstücke des Komponisten Jan Meyerowitz, gespielt von Elmar Schwinn.

Gedenken an die „Fabrik-Aktion“ 1943 und den Protest in der Rosenstraße

Veranstaltung am 26.02.2026, 16 Uhr

Veranstaltung am 26.02.2026, 16 Uhr

Am Donnerstag, 26. Februar 2026 um 16 Uhr lädt das Bezirksamt Mitte und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin gemeinsam mit dem Initiativkreis und der Ständigen Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum dazu ein, an die Opfer der „Fabrik-Aktion“ und an den Frauenprotest in der Rosenstraße zu erinnern.

Beginn der Veranstaltung ist am Mahnmal Große Hamburger Straße. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Pressemitteilung.

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Spurlos verschwunden? – Jüdische Lebenswelten im Herzen Berlins vor der NS-Diktatur

Neue Erinnerungslandschaft

Neue Erinnerungslandschaft

Die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum weiht gemeinsam mit dem Staatssekretär, Herr Oliver Friederici und der Bezirksbürgermeisterin von Berlin Mitte, Frau Stefanie Remlinger, am 11. März um 11 Uhr ein neues Erinnerungsprojekt in der Spandauer Vorstadt ein: Im Scheunenviertel werden zehn Straßenmarkierungen in Jiddisch, Deutsch und Englisch installiert, ergänzt durch QR-Codes, die zu der interaktiven Website www.jewishmitteberlin.de führen.

Dadurch werden rund 40 Orte, Biografien und historische Ereignisse der dortigen jüdischen Geschichte sichtbar gemacht. Thematische Rundgänge mit den Erzählstimmen von Mascha Kaléko, Alexander Granach und Regina Jonas laden zum Entdecken der jüdischen Geschichte des Viertels ein.

Um Anmeldung zur Einweihung der Erinnerungslandschaft am 11. März 2026 wird gebeten unter presse@centrumjudaicum.de oder telefonisch: 030-880 28 316.

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Charterflug in die Vergangenheit

Ausstellung im Mitte Museum, 28.09.2025–15.03.2026

Ausstellung im Mitte Museum, 28.09.2025–15.03.2026

Die Ausstellung erinnert an das Besuchsprogramm des Berliner Senats für NS-Verfolgte. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums 2019 wurde sie von der Senatskanzlei Berlin und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand erarbeitet und ist nun in einer aktualisierten Fassung im Mitte Museum zu sehen.

Am 10. Juni 1969 beschloss der West-Berliner Senat, frühere Berliner*innen, die durch nationalsozialistische Verfolgung ins Exil getrieben worden waren, zu Besuchen nach Berlin einzuladen. Etwa 35.000 Menschen nahmen diese Einladung im Laufe der Jahrzehnte an.

Weitere Informationen: https://www.mittemuseum.de/de/ausstellungen/2025/charterflug-in-die-vergangenheit

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Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Mitte

Stadtspaziergang im Rahmen der Langen Woche der Kiezgeschichte am 05.06.2026, 17:30-19:30 Uhr

Stadtspaziergang im Rahmen der Langen Woche der Kiezgeschichte am 05.06.2026, 17:30-19:30 Uhr

1933 begrüßte der Großteil der deutschen Bevölkerung die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler. Und doch gab es in der gesamten NS-Zeit einen ungebrochenen Widerstand – besonders in Berlin, besonders in den dicht besiedelten Kiezen rund um das Scheunenviertel.

Die Stadtführung mit Trille Schünke-Bettinger macht diesen Widerstand sichtbar und begehbar. Sie erzählt von den jüdischen Schwestern Alice und Hella Hirsch, die im Scheunenviertel lebten und in der NS-Zeit einer der größten jüdischen Widerstandsgruppen angehörten. Von Margot Beck, die sich ab 1943 in der Nähe versteckte und in der jüdischen Widerstandsgruppe Chug Chaluzi um ihren Bruder Gad Beck aktiv war. Und von vielen anderen, deren Namen im Stadtbild kaum Spuren hinterlassen haben.

Die Führung fragt nicht nur nach den Menschen, sondern auch nach den Orten: Welche Straßen, Häuser und Plätze sind Schauplätze dieser Geschichte – und wie erinnern wir heute daran?

Die Veranstaltung ist Teil der Langen Woche der Kiezgeschichte unter dem Motto „Straßengeschichte(n)“. 

Treffpunkt: Rosa-Luxemburg-Platz (vor der Volksbühne)

Keine Anmeldung erforderlich, der Eintritt ist frei.

Annäherung an meine Eltern Hans und Hilde Coppi

Buchvorstellung mit Dr. Geertje Andresen am 18.06.2026, 19:00-21:00 Uhr

Buchvorstellung mit Dr. Geertje Andresen am 18.06.2026, 19:00-21:00 Uhr

Hans (1916–1942) und Hilde (1909–1943) Coppi waren Teil des Berliner Widerstandsnetzwerks um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack. Ab 1940 beteiligten sie sich an Flugblattaktionen und kümmerten sich um Verfolgte. Hilde Coppi hörte den Moskauer Rundfunk ab und informierte die Angehörigen deutscher Kriegsgefangener über deren dort gesendete Lebenszeichen. Hans Coppi versuchte ab Juni 1941 vergeblich, eine Funkverbindung in die Sowjetunion aufzubauen. Die Gestapo ordnete das Berliner Widerstandsnetzwerk unter dem Fahndungsbegriff „Rote Kapelle“ dem sowjetischen militärischen Nachrichtendienst in Westeuropa zu.

Im September 1942 wurden Hans und Hilde Coppi verhaftet und vom Reichskriegsgericht, dem obersten Gericht der Wehrmacht, zum Tode verurteilt und im Gefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet. Hans Coppi wurde am 22. Dezember 1942 enthauptet. Hilde Coppi brachte am 27. November 1942 im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße ihren Sohn Hans zur Welt. Sie durfte ihr Kind noch einige Monate stillen, ehe sie am 5. August 1943 ebenfalls in Berlin-Plötzensee unter dem Fallbeil starb.

Dieses Kind hat seine Eltern nie kennengelernt. Hans Coppi jr. wuchs in der DDR auf, kannte vor allem die offizielle Darstellung seiner Eltern und war wegen deren Widerstandstätigkeit quasi eine öffentliche Person. Erst Ende der 1980er-Jahre konnte er in der DDR damit beginnen, das Wirken seiner Eltern innerhalb des Widerstandsnetzwerks zu erforschen. Nach dem Mauerfall arbeitete er an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand an diesem Thema weiter. In zahlreichen Archiven konnte er ihm bislang unbekannte Dokumente einsehen, an der Dekonstruktion der angeblich kommunistischen Spionageorganisation „Rote Kapelle“ mitarbeiten und vor allem – Fakten über seine Eltern erfahren.

Aus diesen Forschungen entstanden Bücher und Ausstellungen. Ausführliche Biographien über seine Eltern zu schreiben, ist ihm aus Gesundheitsgründen nicht mehr möglich. Dr. Geertje Andresen, langjährige freie Mitarbeiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und enge Kollegin von Hans Coppi jr., hat in Absprache mit ihm aus seinem Vorlass mehrere Arbeiten über Hans und Hilde Coppi und die „Rote Kapelle“ zu einer Publikation zusammengefasst, die sie an diesem Abend vorstellt.

Den Abend rahmen zwei weitere Beiträge: Markus Tervooren, Geschäftsführer der Berliner VVN-BdA, würdigt Hans Coppi jr. als Antifaschisten, Mitbegründer der Berliner VVN-BdA und deren langjährigen Vorsitzenden. Die mit Hans Coppi jr. befreundete Berliner Schauspielerin Ruth Reinecke liest aus den im Buch veröffentlichten Gefängnisbriefen Hans und Hilde Coppis.

Aufgrund der großen Nachfrage ist die Veranstaltung leider bereits ausgebucht. Wir freuen uns, Sie bei einer unserer kommenden Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.

Jüdische Ärzte und Ärztinnen an der Charité – Vollkommene Integration?

Stadtführung mit Nirit Ben-Joseph am 21.06.2026, 14:00-16:00 Uhr

Stadtführung mit Nirit Ben-Joseph am 21.06.2026, 14:00-16:00 Uhr

Nachdem die Berliner Universität ab 1812 ihre Tore für jüdische Studierende öffnete, bot die Medizin – jenseits versperrter Karrieren in Verwaltung oder Militär – eine einzigartige Chance auf soziale Emanzipation. Doch trotz ihrer prägenden Rolle in der Weimarer Republik stießen jüdische Ärztinnen und Ärzte oft an eine „gläserne Decke“: Während sie als Privatdozent:innen das wissenschaftliche Niveau der Berliner Universitätsmedizin maßgeblich steigerten, blieben ihnen ordentliche Professuren aufgrund von Antisemitismus und Seilschaften meist verwehrt. Letztlich bot weder akademische Exzellenz noch Konversion Schutz vor den Rassegesetzen der Nationalsozialisten, die dieser Ära ein gewaltsames Ende setzten.

Die Führung über den Campus der Charité, konzipiert und geleitet von Nirit Ben-Joseph im Auftrag des GeDenkOrt.Charité, macht diese Geschichte an historischen Wirkungsstätten sowie entlang des „REMEMBER Erinnerungswegs“ greifbar. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Mitte Museum, für Fach- und Laienpublikum.

Eintritt frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Treffpunkt: Charitéplatz / Ecke Schumannstraße.

1. September 1939 – Überfall auf Polen

Stadtführung in Moabit mit Trille Schünke-Bettinger am 01.09.2026, 18:00-20:00 Uhr

Stadtführung in Moabit mit Trille Schünke-Bettinger am 01.09.2026, 18:00-20:00 Uhr

Mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Vorausgegangen war der Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939, der die Aufteilung Polens zwischen Nazi-Deutschland und der Sowjetunion besiegelte. Millionen Polen und Pol*innen waren unmittelbar von Krieg, Besatzung, Vertreibung und Vernichtung betroffen.

Auch in Berlin – und in Moabit – lassen sich die Folgen dieses Kriegsbeginns nachvollziehen: in Biografien, Adressen, Institutionen und Orten, die von Krieg und seinen Folgen zeugen.

Trille Schünke-Bettinger führt am 1. September – dem Jahrestag des Kriegsbeginns – durch Moabit und macht diese Geschichten im Stadtraum sichtbar. 

Treffpunkt: Rathaus Tiergarten, Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin
Dauer: ca. 1,5 bis 2 Stunden

Eintritt frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Present Past. Wie Nachfahren ihre NS-Familiengeschichte erforschen

Buchvorstellung mit Dr. Johannes Spohr am 03.09.2026, 17:00-20:00 Uhr

Buchvorstellung mit Dr. Johannes Spohr am 03.09.2026, 17:00-20:00 Uhr

Ein Großvater, der als KZ-Standortarzt tätig war. Aktenberge in Bundes- und Landesarchiven. Gespräche mit Verwandten, die lieber schweigen würden. Present Past versammelt zehn sehr unterschiedliche Berichte von Nachfahren, die sich auf die Spur ihrer Familien im Nationalsozialismus begeben haben – und zeigt, wie verschieden Recherche, Fund und Umgang damit ausfallen können.

Herausgegeben hat den Band Dr. Johannes Spohr unter Mitarbeit von Claudia Krieg. Spohr forscht in Berlin nicht nur selbst zu NS-Familiengeschichten, sondern recherchiert mit seinem Dienst „Present Past“ auch professionell für Privatpersonen in Archiven – ein Feld, das sich zunehmend professionalisiert. In der Dependance des Mitte Museums stellt er den Band vor und diskutiert im Anschluss mit dem Publikum, was diese wachsende private Erinnerungsarbeit für den gesellschaftlichen Umgang mit dem Nationalsozialismus bedeuten kann.

Dr. Johannes Spohr ist Historiker in Berlin und betreibt den Archivrecherchedienst „Present Past“ zu NS-Geschichte in Familie und Gesellschaft. 2020 promovierte er in Hamburg über die späte deutsche Besatzung in der Zentralukraine; 2022 erschien sein Buch „Phantastische Gesellschaft“ zu falschen und imaginierten NS-Familiengeschichten. Er ist Vorstandsmitglied von Kontakte-Kontakty e.V.

Claudia Krieg, geboren 1977 in Magdeburg, arbeitet als Redakteurin, Rechercheurin und Autorin.

Moderation: Luise Haubenreiser

Die Veranstaltung findet in der Dependance des Mitte Museums am Mathilde-Jacob-Platz statt. 

Der Eintritt frei, Anmeldung ist nicht erforderlich.

Tag des offenen Denkmals 2026: Gedenkort Güterbahnhof Moabit

Führungen mit dem Regionalhistoriker Andreas Szagun am 12. und 13.09.2026, 15:00-17:00 Uhr

Führungen mit dem Regionalhistoriker Andreas Szagun am 12. und 13.09.2026, 15:00-17:00 Uhr

Der Güterbahnhof Moabit entstand im 19. Jahrhundert – und seine Baugeschichte zeigt bereits, wie Infrastruktur und Machtinteressen ineinandergriffen: Militärische Planungsvorgaben, wie sie das preußische Militär beim Großen Generalstab formulierte, prägten Anlage und Gleisführung des Bahnhofs maßgeblich. Ohne diese Forderungen hätten die für die Deportationen genutzten Bahnhofsteile nie diese Form angenommen. Der Bahnhof war damit von Beginn an kein neutrales Bauwerk, sondern Ergebnis institutioneller Netzwerke, in denen zivile und militärische Interessen miteinander verbunden waren.

Im Nationalsozialismus wurde diese Infrastruktur Teil eines engmaschigen Systems staatlicher Gewalt. Die Deutsche Reichsbahn übernahm dabei eine zentrale Rolle: Sie organisierte und koordinierte Transporte, stellte Waggons bereit und integrierte die Deportationen nahtlos in ihren regulären Betriebsablauf. So wurde ein Ort des Warenverkehrs auch Knotenpunkt im System der Verfolgung. Zwischen 1942 und 1944 wurden von hier mehr als 30.000 Jüdinnen und Juden in Ghettos und Vernichtungslager deportiert – zuvor in Sammellagern im Stadtgebiet interniert und durch die Straßen Moabits zum Bahnhof getrieben, sichtbar für die städtische Öffentlichkeit.

Nach Jahrzehnten des Vergessens entstand am historischen Ort ein Gedenkort, der die Erinnerung an die Deportationen wachhält. Die Neugestaltung durch raumlabor.berlin macht sichtbar, was lange unsichtbar geblieben war: die physischen Spuren der Gleisanlagen, die Topographie des Geländes, die räumliche Nähe von Alltag und Verbrechen.

Im Rahmen des Tags des offenen Denkmals am 12. und 13. September 2026 bietet Regionalhistoriker Andreas Szagun Führungen an, die von den militärischen Ursprüngen der Bahnhofsanlage über die Rolle der Reichsbahn im System der Verfolgung bis zur Entstehung des heutigen Gedenkortes reichen – und nach den Handlungsspielräumen der beteiligten Akteure fragen. Der Gedenkort lädt dazu ein, das scheinbar Alltägliche als Teil historischer Netzwerke von Gewalt zu begreifen und die Erinnerung daran wachzuhalten.

Treffpunkt: Gedenkort Güterbahnhof Moabit, Ellen-Epstein-Straße 1, 10559 Berlin / Quitzowstraße 141, 10559 Berlin

NS-Geschichte in der eigenen Familie erforschen

Workshop mit Dr. Johannes Spohr am 27.09.2026, 14:00-17:00 Uhr

Workshop mit Dr. Johannes Spohr am 27.09.2026, 14:00-17:00 Uhr

„Was hat eigentlich mein Opa in der NS-Zeit gemacht?“ – diese Frage stellen sich viele, doch der Weg zur Antwort ist oft unklar. Manche beginnen die Suche mit Erzählungen aus der Familie, andere ohne jegliches Vorwissen. Archive und Institutionen bieten heute zahlreiche Möglichkeiten, den eigenen Fragen nachzugehen. Aber wie gelangt man an welche Informationen – und wie sind die Ergebnisse zu verstehen?

Der Workshop richtet sich an alle, die sich auf den Weg der Recherche begeben möchten: zur eigenen Familiengeschichte, zu einer Schule, einem Institut oder einer Organisation. Dr. Johannes Spohr, Historiker und Mitbegründer des Recherchedienstes Present Past, liefert Grundlagen, Anregungen und praktische Tipps.

Der Workshop findet im Mitte Museum statt und dauert ca. 3 Stunden.

Dr. Johannes Spohr ist Historiker in Berlin und betreibt den Archivrecherchedienst „Present Past“ zu NS-Geschichte in Familie und Gesellschaft. 2020 promovierte er in Hamburg über die späte deutsche Besatzung in der Zentralukraine; 2022 erschien sein Buch „Phantastische Gesellschaft“ zu falschen und imaginierten NS-Familiengeschichten. Er ist Vorstandsmitglied von Kontakte-Kontakty e.V.

Anmeldung unter info@mittemuseum.de. Eintritt frei.

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